Unmögliches
Die Binsenwahrheit, dass uns durch neue Erkenntnisse immer klarer wird, wie wenig wir im Grunde wissen, hat ihre Gültigkeit noch nicht verloren. Es darf daher bezweifelt werden, dass die Wissenschaft den Schleier, in den alles Lebende gehüllt ist, je ganz lüften wird.
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Heutzutage haben wir Kenntnisse über Lebensformen, die vor wenigen Jahrzehnten gänzlich unbekannt waren und die niemand für möglich gehalten hätte. Mikrobiologen der Universität Tokyo entdeckten zum Beispiel Organismen, die sich von Erdöl ernähren. Diese Kleinstlebewesen existieren zweitausend Meter unter der Erdoberfläche in Erdölfeldern. In einer Region, in der ihnen kein ungebundener Sauerstoff zur Verfügung steht. Ihr Organismus ist so konstruiert, dass sie lebensnotwendigen Sauerstoff gewinnen können, indem sie Salpetersäuremoleküle aufspalten.
Normalerweise gilt Salpetersäure als hochätzender Stoff, und man könnte meinen, dass diese Säure für jegliches Leben ein tödliches Gift darstellt.
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Vor kurzem hatte der sowjetische Geophysiker Tschudinow Mikroorganismen, die ca. 250 Millionen Jahre in einer Kalkfelsenformation eingeschlossen waren, wieder zum Leben erweckt. Nach einem sozusagen ewigwährenden Schlaf bewegten sich diese winzigen Wesen plötzlich und vermehrten sich sogar durch Zellteilung, als man ihnen den für sie passenden Lebensraum zur Verfügung stellte.
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Gewöhnlich überlebt ein Wirbeltier nicht, wenn es zu Eis erstarrt. Erst vor wenigen Jahren entdeckten kanadische Wissenschaftler die bisher einzigen Ausnahmen: Vier nordamerikanische Froscharten können nach dem Auftauen zu neuem Leben erwachen: Rana sylvatica, Hyla versicolor, Hyla crucifer und Pseudacris triseriata. Den Grossteil des Winters verbringen sie unversehrt als Eisklumpen.
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Kenzo Tonomura hat während einer Forschungsarbeit das K62-Bakterium entdeckt, das in Quecksilber gedeiht.
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Einige Virengruppen scheinen zwischen organischen und anorganischem Status hin und her wechseln zu können. Ein solcher Verwandlungskünstler ist das Tabak-Mosaik-Virus, das eine ernsthafte Krankheit an Tabakpflanzen verursacht. Dieses Virus wurde von W.M. Stanley isoliert. Er glaubte, eine kristalline Substanz wie Salz oder Eis vor sich zu haben, aber zu seiner Überraschung beobachtete er, dass sich die "Kristalle" unter bestimmten Umständen ohne Fremdantrieb bewegten.
Diese Entdeckung zwang ihn zu dem Schluss, dass das Virus zwischen einer lebenden und einer nicht-lebenden Existenz "wählen" kann.
